Neuanfang

Liebe Freundinnen und Freunde der Erzählkunst,

in den letzten Wochen, ja Monaten hat uns eine sehr kleine Lebensform, ein Virus sehr stark beeinflusst. Unser Leben war und ist plötzlich ganz anders als vorher, die Aktivitäten stark eingeschränkt und auf einmal hatte man Zeit für Dinge, die man immer schon mal machen wollte. Viele von uns haben sich plötzlich auf sich selbst besonnen und vielleicht das Eine oder Andere hinterfragt. Lange habe ich überlegt, mit welchen Worten ich nach so langer Pause wieder meinen Kontakt mit euch beginnen sollte. Und dann habe ich folgendes gefunden:

Als ich mich selbst zu lieben begann

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, was mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken verstören und krank machen kann.
Als ich mich jedoch mit meinen Herzenskräften verband,
bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN

Urheberin: Kim Mc Millen veröffentlicht zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 1959 von Charlie Chaplin

Neuanfang – so lautet die Überschrift. Tatsächlich geht das öffentliche Geschichtenerzählen wieder los. Anders, vor allem draußen und mit Bedacht. So gibt es Wanderungen, Ferienfreizeiten, Meditatives für Erwachsene und Planungen für neues Puppentheaterspiel. Einiges ist schon festgeschrieben. Schaut doch einmal unter Termine nach und meldet euch an. Ich freue mich auf euch.

Viele Grüße und bleibt gesund

Eure

Spiegelwelten

Liebe Freunde der Erzählkunst,

der Spiegel ist ein beliebtes Symbol in der Märchen- und Geschichtenwelt. Wenn man in die Spiegel der Märchen und Geschichten hineinschaut, dann ist man plötzlich in einer anderen unbekannten und doch so vertrauten Welt. Bin ich das, ist das ein Teil von mir? Hier treffe ich Fröhlichkeit, Humor, aber auch Nachdenkliches und Besinnliches.

Der Saal der 1000 Spiegel

Irgendwo in Tibet in einem Tempel gab es einen Saal der 1000 Spiegel. Es ergab sich, dass sich eines Tages ein Hund in diesem Tempel verirrte und in diesen Saal gelangte. Plötzlich konfrontiert mit 1000 Spiegelbildern, knurrte und bellte er seine vermeintlichen Gegner an. Diese zeigten ihm ebenso tausendfach die Zähne und bellten zurück. Darauf reagierte der Hund noch wilder und aggressiver.

All dies führte schließlich dazu, dass der Hund völlig verängstigt aus dem Tempel rannte und überzeugt davon war, dass alle Hunde dieser Welt böse und schlecht sind.

Es verging einige Zeit und irgendwann kam ein anderer Hund in den gleichen Tempel und in den Saal der 1000 Spiegel. Auch dieser Hund sah sich tausendfach umgeben von seinesgleichen. Da wedelte er freudig mit seinem Schwanz – und tausend Hunde wedelten ihm entgegen und freuten sich mit ihm. Freudig und ermutigt verließ dieser Hund den Saal und war überzeugt, dass alle Hunde dieser Welt nett und freundlich sind.

– Verfasser unbekannt

Auch im Jahr 2020 nehme ich alle Interessierten mit in die Welt der Geschichten und Märchen. Für euch befreie ich die Geschichten aus den Büchern, lasse sie lebendig werden und wecke eure Phantasie auf. Plötzlich bekommen eure Gedanken Flügel und ihr seid mittendrin in der Geschichte. So toll 3-D-Kino auch ist – unsere Phantasie ist der bessere Regisseur. Die Bilder, die wir dann sehen, sind ganz genau auf uns zugeschnitten und entspringen unserer eigenen Phantasie – eine Auszeit für die Seele.

Auch wenn das Jahr noch jung ist, es hat schon märchenhafte Begegnungen gegeben, viele Projekte sind in Planung und einige befinden sich in konkreter Umsetzung und ich bin sicher, dass wir uns in diesem Jahr irgendwie, irgendwo und irgendwann begegnen.

Bis dahin grüße ich euch ganz herzlich und freue mich auf euch.

Eure

Wortmagie & Saitenspeel

Liebe Freunde der Erzählkunst,

plötzlich ist es Herbst, die Tage werden kürzer, die Zeit des knisternden Holzes im Ofen und der flackernden Kerzen auf dem Tisch beginnt und nicht zuletzt kommen wieder die längeren Abende, die mit Geschichten verzaubert werden. Ich lade euch zu einem solch wunderschönen Herbstabend ein. Mal nachdenklich – mal heiter befreie ich die Geschichten aus den Büchern, lasse sie lebendig werden und nehme euch mit in eine andere Welt – die Welt der Märchen und Geschichten.

Am 2. November 2019 um 19:30 Uhr wird es wieder magisch und intensiv. Dieses Mal werde ich von einer tollen Gruppe für „Alte Musik“ begleitet. Die Musiker Ingrid Gerding (Blockflöten), Reinhard Gerding (Gitarre/Gesang), Angelika Matthaei (Blockflöten/Gesang/Schlagwerk) und Ulrich Schepers (Gambe/Harfe) stammen aus Münster. Sie verbindet schon seit langem eine gemeinsame Leidenschaft für die alte Musik. Ihr Augenmerk liegt darauf, diese vergnüglich zu gestalten und die Geschichten „hinter“ den Liedern und Stücken zu erzählen. Wirklich magische Momente entstehen, wenn meine und ihre Geschichten sich miteinander verbinden. Wenn gesprochene und gesungene Worte eine Symbiose eingehen – das ist es ein wundervolles Erlebnis.
Wir haben uns im letzten Jahr beim Lüdinghausener Märchenfestival kennen gelernt. Auch wenn die Zeit der Begegnung sehr kurz war, so stand schon an diesem Abend für uns fest: „Wir machen etwas zusammen!“ So sind wir in Verbindung geblieben und das Ergebnis ist unsere gemeinsame Veranstaltung im Aatalhaus in Bad Wünnenberg. Wer die Vier schon mal vorab kennenlernen möchte, kann sich schon einige wunderbare Lieder auf ihrer Homepage anhören.

Karten gibt es bei mir persönlich oder unter info[at]spiegelwelten.org. Aber auch die Bad Wünnenberg Touristik GmbH, Spanckenhof, Bad Wünnenberg verkauft Karten und für alle Spätentschlossenen: Es gibt auch noch die Abendkasse. Hier geht es zum Plakat.

Für alle die von auswärts kommen oder ihrem Navi nicht zu 100 Prozent trauen, eine kleine Wegbeschreibung zum idyllisch am Paddelteig gelegenen Aatalhaus, Am Kurpark 3, 33181 Bad Wünnenberg:
Von Paderborn kommend an der einzigen Ampel in Bad Wünnenberg, links in die Mittelstraße einbiegen. (Aus Richtung Brilon kommend, rechts in die Mittelstraße einbiegen)
Die Mittelstraße fahren bis zur 2. Straße rechts. Dort in die Straße „Im Aatal“ einbiegen und dann immer geradeaus bis fast zum Ende der Straße.
Dann links – Ausschilderung Aatalhaus, Aatalstuben, Aatalhotel. Hier gibt es unten angekommen einige Parkplätze. Sonst kann man auch rechts oder links der Zufahrt parken oder gleich oben an der Straße.
Das Aatalhaus erreicht man durch einen kurzen Fußweg (ca. 50 m) vom Parkplatz aus. (Am Ende des Parkplatzes immer dem Fußgängerweg entlang)

Ich freue mich auf euch.

Eure

Gedanken zum Sommer

Liebe Freunde der Erzählkunst,

magisch wirkt der Sommer für viele Menschen mit seiner Wärme, seiner Leichtigkeit und den langen Tagen. Die Pracht der Natur bringt uns Glück ins Herz und öffnet unsere Seelen. Wir werden beschwingt und leicht, wir sind kommunikativer, lassen Nähe und Kontakt zu – im Urlaub, in fernen Ländern, im Straßencafé, im Park und in der Stadt. Die Leichtigkeit schafft eine ganz andere Welt – wir freuen uns und sind zufrieden. In dieser Freude schreiben wir andere Geschichten, Geschichten von der Nähe zu anderen Menschen, von Großzügigkeit und Solidarität, von Verbundenheit und Liebe. Und manche denken: „So müsste es immer sein.“

Der Sommer hat seine Geschichten, die erzählt werden im Freien, beim gemütlichen Zusammensein mit Familie und Freunden. Auch ich werde in diesem Sommer wieder meinen Koffer packen und nach Bornholm reisen um dort meine Geschichten zu erzählen. Hier geht es zum Plakat.

Die drei Aufführungen mit den Integrationskindern des Projektes „Forme, fühle, fantasiere – Willkommen in der Welt der Märchen“ an der Profilschule in Fürstenberg (In Kooperation mit der LKD und der Jugendkunstschule Bleiwäsche) waren für die Kinder, aber auch für die Kunstpädagogin Anette Lange und mich ein toller Erfolg. Gemeinsam sind wir den Weg bis zu den Vorstellungen gegangen. Wir haben uns eine Geschichte gesucht und es hat uns das Märchen „Warum das Meerwasser salzig ist“ gefunden. Wir haben diese Geschichte fantasiert und weiter gesponnen, so dass aus den ursprünglich drei Akteuren der Geschichte schließlich zehn wurden. Jedes Kind hat sich überlegt, wie „seine“ Figur gebaut werden kann und welche Rolle sie spielen wird. Dann wurden die Figuren geformt, gefühlt, angemalt, bekleidet. Wir haben eine Bühne gebaut, das Figurentheaterstück fantasiert und geschrieben, die Kulissenbilder gestaltet und an den Vorstellungen gearbeitet. Auch die Gitarren- und Gesangs-AG konnten wir begeistern – und sie haben uns tatkräftig mit Gesang und Musik unterstützt. Schön zu sehen, dass bei den Integrationskindern große Fortschritte erzielt wurden, sowohl in sprachlicher als auch in integrativer Hinsicht.

Ich wünsche euch allen einen tollen und erlebnisreichen, aber auch erholsamen Sommer und vielleicht mögt ihr mich „öffentlich“ im Herbst wiedersehen. Ich mache euch einfach schon mal ein bisschen neugierig – schaut in meinen Terminkalender. Einige treffe ich ja bald bei privaten Buchungen und Veranstaltungen und ich freue mich auf euch alle.

Eure

Frühling ist es – und nicht nur die Natur erwacht.

Liebe Freunde der Erzählkunst,

im Frühling bin ich geboren und ich liebe ihn sehr. Ganz aufgeregt beobachte ich die Natur und alle Kräfte in meinem Körper werden mobilisiert. Johann Wolfgang von Goethe hat das in den nachfolgenden Worten wunderbar ausgedrückt:

Jeder Baum, jede Hecke
ist ein Strauß von Blumen,
und man möchte zum
Maienkäfer werden, um in
dem Meer von Wohlgerüchen
herumzuschweben und alle
seine Nahrung darin finden
zu können.

Johann Wolfgang von Goethe

 

Die Umsetzungen meiner Ideen konkretisieren sich und nehmen Gestalt an. So „läuft“ das Integrationsprojekt an der Profilschule in Bad Wünnenberg-Fürstenberg auf vollen Touren. Gemeinsam mit der Kunstpädagogin Annette Lange formen, fühlen, gestalten und spielen wir ein Märchen. Die Kinder haben es sich aus einer Vielzahl von Geschichten ausgewählt, weil es sie besonders berührt hat. Wir haben uns von einem Puppenspielprofi inspirieren lassen und nun formen und gestalten wir unsere Puppen selber, lassen uns eine Bühne bauen, gestalten das Bühnenbild und machen aus dem Märchen ein Figurentheaterstück – und dann kommt es auf die Bühne. Mehr dazu findet ihr auf der Homepage der Profilschule Fürstenberg. Psst…, mehr verrate ich aber nicht, denn die Aufführungen sollen ja eine Überraschung werden.

Im Winter habe ich mich intensiv mit Körpertheater und Storytelling beschäftigt und mehrere Workshops besucht. Ein Workshop am Staatstheater in Hannover zur „Edda“ war ein echtes Highlight, natürlich nicht ohne Folgen. Was sich da wohl wieder in meinem Kopf festgesetzt hat? Es ist noch im Dunkeln, aber ich werde euch informieren, sobald es soweit gereift ist, dass es ins Licht rücken kann.

Genießt den Frühling und lasst euch von den Farben und Gerüchen verzaubern. Ich freue mich auf ein Wiedersehen im Sommer. Hier schon einmal eine kleine Vorausschau auf den Bornholmer Märchensommer 2019. Hier geht es zum Plakat.

Eure

Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten?

Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich
Die ersten Nächte schlaflos verbringen
Und darauf tagelang ängstlich und kleinlich
Ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen.

Dann – hoffentlich – aber laut lachen
Und endlich den lieben Gott abends leise
Bitten, doch wieder nach seiner Weise
Das neue Jahr göttlich selber zu machen.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

 

Liebe Freunde der Erzählkunst,

es ist an der Zeit Danke zu sagen für all die Freude die ihr mir im Jahr 2018 bereitet habt, danke, dass ihr meinen Geschichten gelauscht und mit mir gelacht und manchmal auch geweint habt und danke für euer Interesse an meinen Plänen für das Jahr 2019.

2019 wird ein buntes Jahr mit vielen märchenhaften Aktivitäten, die schon ganz fest in meinem Kalender stehen. Da ich aber nur die öffentlichen Veranstaltungen hier preisgebe, eine kleine Vorschau der bereits festen Termine:

März 2019               – Erzählkaffee in Aschaffenburg
Juli/August 2019  – Vorstellungen auf den Inseln Rügen und Bornholm
November 2019   – „Wortmagie & Saitenspeel“ im Aatalhaus Bad Wünnenberg mit der Renaissancegruppe Pfeifferey Saitenspeel

Ein ganz besonderes Dankeschön für euer Vertrauen an alle diejenigen, die mit mir Projekte mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern im kommenden Jahr geplant haben. Ein besonderes Anliegen für das Jahr 2019 ist es mir, das Erzählen von Märchen und Geschichten zu verbreiten und in Workshops Kinder sprachlich zu fördern, Erwachsenen Grundfähigkeiten in der Kunst des Erzählens zu vermitteln und Menschen, die im Hospizdienst arbeiten, mit meinen Geschichten eine Hilfe und Stütze zu sein. Ich freue mich auf euch alle.

Damit ich diese Freude auch völlig ungetrübt an euch weitergeben kann, habe ich ein wundervolles Kochrezept für das Jahr 2019 gefunden:

Man nehme 12 Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit,
Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit
und zwei Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz,
ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird das Ganze
sehr reichlich mit Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man
mit einem Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten
und serviere es täglich mit Heiterkeit!

Katharina, Elisabeth Goethe (1731-1808, Mutter v. Johann Wolfgang von Goethe)

Ich probiere es einfach mal aus und grüße euch alle ganz herzlich bis zum Wiedersehen

Eure

Dämmerstunde

Ich möchte einmal wieder lehnen
bei dir, im purpurnen Salon.
In deines Saitenspieles Sehnen
versiegt der letzte Liederton.

Ein rotes Dämmern löst die Wände.
Aus deines Kleides Seidensaum
blühn deine weissen Mädchenhände
wie Lilien im Mainachttraum.

Und deine Augen sind wie Sterne,
die überm Waldsee blinken blank,
drin eine blaue, märchenferne,
selige Wunderzeit versank.

-Rainer Maria Rilke 1875-1926, deutsch-österr. Dichter

Liebe Freunde der Erzählkunst,

der Sommer, der uns in diesem Jahr so reich mit Sonne und Fröhlichkeit beschenkte, ist vorbei. Die Blätter fallen, Öfen werden angeheizt und Kerzen angezündet und mit dem wunderschönen Gedicht von Rainer Maria Rilke möchte ich euch einladen mit mir Dämmerstunden zu erleben. Was bietet sich jetzt mehr an, als gemütlich sitzend, Märchen und Geschichten zu lauschen, die uns in eine andere Zeit und einen anderen Raum versetzen, mal heiter, mal besinnlich.

Halloween steht vor der Tür, das alte keltische Samhain. Lasst euch von mir auf die Samhain-Nacht einstimmen. Ich erzähle Geschichten größtenteils keltischen Ursprungs aus der ganzen Welt. Hört, wie Elfen, Feen und Wesen aus der Anderswelt mit den Menschen in Kontakt treten. Erlebt sie in den unterschiedlichsten Gestalten, in ihrer Faszination des „Andersseins“, mal freundlich, mal witzig, aber auch nicht immer gütig – ein echtes „Gänsehautfeeling“, das den Ursprung in eurer eigenen Fantasie hat. Durch mein Erzählen werdet ihr die Bilder sehen und den Wesen aus der Anderswelt sehr, sehr nahe sein. Habt ihr den Mut dazu? Dann kommt und lauscht den Geschichten. Ich freue mich auf euch,

am 31.10.2018, 19:30 Uhr im Alten Gericht in Fürstenberg (direkt neben der Kirche)

Viele von euch werde ich in weiteren Vorstellungen im November treffen, die aber leider nicht öffentlich sind. Öffentlich aber ist mein Workshop am 24.11.2018 „Märchen trifft Schamanentum“

Gemeinsam mit Simone Ilskens freue ich mich auf euch in Simones Praxis in Paderborn, Querweg 73. Wir werden uns mit dem Märchen „Das Rumpelstilzchen“ von den Gebrüdern Grimm auf eine achtsame Reise begeben. Weitere Infos zu dieser Veranstaltung gibt es in unserem Flyer. Einfach anklicken.

Euch allen einen schönen Herbst und vielleicht sehen wir uns? Seid herzlich gegrüßt

Eure

In der Johannisnacht tanzen die Elfen…

Liebe Freunde der Erzählkunst,

warme Tage, laue Nächte, der Gesang der Vögel in den Abendstunden, Schwalben, die ihre Kreise ziehen… Was raschelt da leise im Gras? Was knackt da im Unterholz? Sollte es vielleicht…? Joseph von Eichendorff (Romantik) hat sie auf jeden Fall gesehen und ihnen dieses Gedicht geschrieben:

Elfe

Bleib bei uns! Wir haben den Tanzplan im Tal.
Bedeckt mit Mondesglanze,
Johanniswürmchen erleuchten den Saal,
die Heimchen spielen zum Tanze.

Die Freude, das schöne leichtgläubige Kind,
es wiegt sich in Abendwinden:
Wo Silber auf Zweigen und Büschen rinnt,
da wirst du die Schönste finden!

– Joseph von Eichendorff

In diesem Sommer begleiten sie mich, die Elfen, denn aktuell bereite ich mich für den Herbst auf mein neues Programm „Das Tor zur Anderswelt – Geschichten von überall“ vor. Zu Samhain (Halloween) wird es in die Uraufführung gehen, aber bis dahin ist noch viel zu tun. Viele keltische Feengeschichten sind in meinem Koffer und wollen noch ausgepackt werden. Das ist eine wunderschöne Aufgabe in diesem Sommer. Wo könnte man sich besser mit einer Feengeschichte beschäftigen, als im kühlen Unterholz des Waldes? Dort können sie einem schon manchmal begegnen und Wünsche erfüllen, allerlei Schabernack treiben und, und, und…

Habe ich euch neugierig gemacht? Dann schaut doch bald mal wieder vorbei, denn dann verrate ich euch die genauen Termine und Orte für meine Spätsommer- und Herbstvorstellungen.

Nicht vergessen, wenn ihr im Norden Urlaub macht: Am 08.07.2018 könnt ihr mich im Till Eulenspiegel Museum in Schöppenstedt im Rahmen der Asse-Konzerte mit fünf weiteren Erzählerinnen erleben. Wir erzählen Schelmengeschichten von Till Eulenspiegel und anderen Narren. Hier geht es zur Vorankündigung auf der Homepage der Asse-Konzerte: Konzerte im Juli

Euch allen einen traumhaft schönen Sommer mit viel Freude und guter Erholung.

Seid herzlichst gegrüßt

Eure

Die Koffer sind gepackt

Liebe Freunde der Erzählkunst,

wie schön ist doch der Frühling, wenn die Natur scheinbar explodiert und die Farbenpracht das Auge und die Seele erfreut – und so grüße ich euch mit einem Gedicht von Emanuel Geibel:

Vöglein, wohin so schnell?
„Nach Norden, nach Norden!
Dort scheint die Sonne nun so hell,
Dort ist’s nun Frühling worden.“

O Vöglein mit den Flügeln bunt,
Und wenn du kommst zum Lindengrund,
Zum Hause meiner Lieben,
Dann sag ihr, dass ich Tag und Nacht
Von ihr geträumt, an sie gedacht,
Und dass ich treu geblieben.

Und die Blumen im Tal
Grüß tausend, tausend Mal!

– Emanuel Geibel

Aufbruchstimmung gehört zum Frühling und so habe ich die Koffer schon gepackt mit meinen Geschichten, Sagen und Märchen. Zuerst wurde er am 28.04.2018 im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen zur Langen Nacht der Märchen geöffnet. So schön war’s gemeinsam mit anderen Erzählerinnen und Erzählern und dem Instrumental-Ensemble für Alte Musik: Pfeifferey und Saitenspeel die Zuhörerinnen und Zuhörer zu verzaubern.

Mai und Juni – Monate für Hochzeiten und private Feiern. Da öffne ich gerne meinen Koffer und hole feierliche, fröhliche und romantische Geschichten heraus.

Vorschau auf den Sommer? Komm Koffer, wir fahren am 08.07.18 nach Schöppenstedt ins Till-Eulenspiegel-Museum und erzählen von Till Eulenspiegel und anderen Narren gemeinsam mit fünf weiteren Erzählerinnen. Das wird ein Spaß für alle – und dazu noch für einen guten Zweck. Für welchen möchtet ihr wissen? Hier geht es zum Plakat.

Seid herzlichst gegrüßt

Eure

Glücksmomente

Liebe Freunde der Erzählkunst,

der letzte Applaus ist verklungen, die Technik wieder abgebaut und der Alltag hat uns alle wieder. Die Geschichten aber, sie wirken nach. Da ist noch das Lächeln auf den Gesichtern, wenn ich den Leuten begegne, die viel Freude an meinem Erzählabend hatten. Denken sie vielleicht noch an die moderne Fassung des „Froschkönigs“, den ich als Zugabe mit Klavierbegleitung erzählt habe? Vielleicht sehen sie noch den herrlichen Sonnenuntergang in der Geschichte, schmecken den guten Wein und…

Viele Zuschauer waren erstaunt, wie spannend und kurzweilig es ist, Geschichten zu lauschen. Da waren plötzlich wieder die Kindheitserinnerungen, als die Mutter oder der Opa Geschichten erzählt hat. Das Knistern in der Luft während einer Geschichte, die vom Tod erzählte. Das Lachen und das Erstaunen in den Gesichtern, dass ein Märchen auch mal nicht gut ausgehen kann. Der Schreck in den Augen, als eine Königin ihren Mann und ihr Kind verlässt – und das Aufatmen, als die Geschichte gut endet zu den Klängen der Melodie „Schwanensee – Tanz der Schwäne“.

Danke, dass ihr für mich eure Ohren weit geöffnet habt und Danke an alle, die mir das schönste Kompliment gemacht haben: „Wir hätten dir noch stundenlang zuhören können.“

Vielleicht tut ihr das ja bald wieder?

Viele Grüße

Eure